Brot - für Kinder

Kennt ihr das Vaterunser, das Gebet das Jesus seinen Jüngern beigeracht hat?

Darin heißt es: "Unser tägliches Brot gib uns heute".

Warum hat Jesus das gessagt?

Weil es nicht selbstverständlich ist, dass alle Menschen jeden Tag etwas zu Esssen haben und weil es auch nicht einfach ist Lebensmittel herzustellen. Wir sollen achtsam mit Gottes Gaben umgehen und mit anderen das teilen, das wir haben.

Damit wir Brot essen können, muss sehr vieles gelingen:

  • Der Bauer muss dafür sorgen, dass das Korn im Boden aufgehen, wachsen und reifen kann. Dabei ist er auch vom Wetter anhängig.
  • Der Müller muss das Korn mahlen und darauf achten, dass es eine gute Qualität hat.
  • Der Bäcker stellt daraus Brot her. Und wie wir das auch zu Hause machen können, zeige ich euch heute.

Als Kind schickten mich meine Eltern zum Bäcker, um Brot zu kaufen. Nach langem Warten, steckte mir die Verkäuferin oftmals ein noch warmes Brot in meinen Beutel. Ich drückte es an mich und wärmte meine Wange daran. Es duftete herrlich, die Kruste krachte und innen war es schön weich. Nicht selten kam das Brot angeknabbet oder ausgehölt zu Hause an. Manchmal war es auch schon zur Hälfte aufgegessen. Geht es euch heute auch so, wenn ihr Brot kauft?

Wenn ihr einen sehr guten Bäcker in eurem Ort habt, so wie wir in Beinstein, dann kennt ihr das bestimmt auch.

Was brauchen wir nun, wenn wir Brot selbst backen wollen?

Ein gutes Brot braucht nur 5 Zutaten:

  • Mehl
  • Wasser
  • Salz
  • Triebmittel (Sauerteig, Hefe, Hefewasser)
  • Zeit

Ihr könnt auch andere Zutaten dazugeben, aber für den Anfang soll das reichen.

Ich backe am liebsten mit Sauerteig. Warum? Weil es gesünder ist. Dein Körper kann so die guten Mineralstoffe aus dem Korn besser aufnehmen. Dein Brot oder Brötchen bleiben auch länger frisch.

Aber auch mit Hefe schmecken Brot und Brötchen sehr gut. Wichtig ist es, dass du den Teig langsam aufgehen lässt. So brauchst du nur wenig Hefe und dein Körper verträgt auch diese Brötchen viel besser, als wenn du viel Hefe nutzt. Außerdem arbeitet die Hefe auch tolle Geschmacksstoffe für dich in den Teig ein. Du musst einfach nur Warten.

Euch möchte ich nun zeigen, wie ihr Brötchen mit Hefe backen könnt, denn Sauerteig musst du dir erst ansetzen, falls du keinen hast. Und das dauert ca. 5 Tage. Falls du das aber ausprobieren möchtest, dann erklärt dir Marcel Paa wie du das machen musst in seinem Video.

Bei der Sendung mit der Maus könnt ihr euch den Unterschied zwischen Graubrot und Knäckebrot anschauen oder wie Zwieback hergestellt wird.

Jetzt wollen wir aber selbst backen.

DDR Brötchen / Semmeln

Da das Rezept bei befreundeten Hobby-Bäcker/innen beliebt ist, stelle ich es euch auch vor. Gefunden habe ich es bei Lutz Geißler, der es wiederum von Bäcker Süpke hat. Es sind die Brötchen / Semmeln meiner Kindheit!

Ihr braucht für ca. 10 Brötchen bzw. 5 Semmeln:

  • 500 g Weizenmehl 550
  • 320 g Wasser (sehr kalt)
  • 4 g Frischhefe
  • 10 g Salz
  • 4 g Zucker
  • 10 g Schweineschmalz oder Butter (kühlschrankkalt)

Letztlich ist es egal, wie viel Brötchen ihr aus dem Teig backt. Wichtig ist, dass die Brötchenteige ungefähr gleich groß bzw. gleich schwer sind. So können sie im Ofen gleichmäßig gebacken werden.

Zubereitung:

Am Vortagabends beginnen
Zubereitungszeit:1,5 Stunden
Ruhezeit:2 x 1 Stunde
Reifezeit:~10 Stunden
Am Backtagmorgens beginnen
Zubereitungszeit: 15 Minuten
Ruhezeit: ca. 1 Stunde
Backtemperatur:250°C
Backzeit: 20 Minuten (nach 10 Minuten Dampf ablassen)

 

Am Vortag (abends): Teig zubereiten

  • Alle Zutaten abwiegen, in einer Schüssel geben und von Hand vermengen.
  • Wenn der Teig sich zu einer Kugel geformt hat und nicht mehr an der Schüssel klebt, dann wirf ihn noch einige Male richtig fest auf den Tisch. Beim Kneten setz all deine Kraft ein, die du hast. Er muss glatt wie ein Baby-Popo sein und darf nicht mehr kleben. Nimm kein Mehl dazu, wenn der Teig klebt, einfach weiter kneten. Das dauert eine ganze Weile.
  • Lass ihn danach 1 Stunde in einem kühlen Raum ruhen. Decke ihn mit einem Tuch ab. Du wirst nun auch eine Pause brauchen ;-)
  • Nach 1 Stunde dehnst und faltest du den Teig. Dazu machst du deine Hände ein bisschen mit Wasser feucht. Nimm deinen Teig und ziehe ihn nach oben und klappe ihn wieder zusammen. Das machst du 3-4 mal rings herum im Kreis. Lass den Teig wieder abgedeckt eine Stunde in der Küche ruhen.
  • Jetzt teilst du den Teig. Hole dazu den Teig aus deiner Schüssel und lege ihn auf eine gut bemehlte Arbeitsfläche. Zieh deinen Teig in die Länge, so dass du eine Teigstange vor dir liegen hast. Diese Teigstange halbierst du do oft, bis du 10-12 Teigstücke vor dir hast.
  • Jetzt setzt du immer zwei Stücke dicht nebeneinander auf ein Backblech oder Brett mit Backpapier. Lass sie wieder ausruhen. Decke sie mit einem Tuch ab. Probiere vorher aus, ob dein Blech in den Kühlschrank passt, wenn nicht, suche ein passendes Brett. Nun kommen die Brötchen für ca. 10 Stunden in den Kühlschrank. Gute Nacht!

 
Am Backtag (morgens): Semmeln backen

  • Hole deine Brötchen aus dem Kühlschrank. Nach einer halben Stunde, schneidest du die Brötchen ein. Nimm ein Messer mit Wellen und schneide oben in das Brötchen rein. Schalte den Ofen jetzt auf Ober- und Unterhitze, stelle die Temperatur auf 250°C ein. Schieb auch gleich ein leeres Blech mit hinein. So werden deine Brötchen auch am Boden schön knusprig.
  • Ist die 1 Stunde um, seit du die Brötchen aus dem Kühlschrank geholt hast, streichst du sie jetzt mit Wasser ein. Das gibt eine schönere Kruste. Dann schiebst du sie mit dem Backpapier auf das heiße Backblech im Ofen. Lass dir von deinen Eltern unbedingt helfen!
  • Schütte auf den Boden vom Backofen ein halbes Glas Wasser, damit viel Dampf erzeugt wird. Mach schnell den Ofen zu und lasse den Dampf nach 10 Minuten wieder ab. Die Brötchen  muss noch weitere 10 Minuten gebacken werden. Sollten sie braun sein, lege eine Alufolie oben drauf und lass sie weiterbacken.
  • Die Brötchen sind fertig, wenn sie sich hohl anhören, wenn du auf ihren Boden klopfst. Achtung, es ist sehr heiß!
  • Streiche die Brötchen noch einmal mit Wasser ab, gleich nachdem du sie aus dem Ofen geholt hast. Dann glänzen sie schön.

Guten Appetit!

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    Ich habe für euch das Rezept noch einmal mit einer Anleitung etwas umgeschrieben, damit ihr es auch ohne Küchenmaschine backen könnt. Solltet ihr eine Küchenmaschine haben, dann backt ihr, wie Lutz Geißler das beschreibt. Die Brötchen reifen in meiner Anleitung schon in kleinen Brötchenportionen über Nacht im Kühlschrank, so habt ihr morgens nicht so viel Arbeit.

Videoanleitung

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=EfWMkzVUi-8&list=PLI6seIoitw5Uu7RDWVf4OWj965m-fAIx8&index=2

Im folgenden Video könnt ihr sehen, wie der Teig geknetet wird, wie der Teig in Brötchen geteilt wird, und wie du sie formst. Wenn ihr die Brötchen einfrieren möchtet, dann bekommt ihr hier auch Tipps dazu.

->zum Video auf Youtube<-

Der Unterschied zu meiner Anleitung:

  • der Teig im Video reift nicht über Nacht
  • es wird im Video mehr Teig hergestellt

Entscheidet selbst und probiert aus, was euch am Besten gefällt.

Vielleicht wollt ihr eure Eltern mit selbst gebackenen Brötchen einmal überraschen?

Die jüngeren Kinder unter euch, fragen aber bitte die Eltern, ob sie dabei helfen können, die Brötchen in den Ofen zu schieben.

Ich wünsche euch von Herzen viel Freude beim Backen!

Yvonne 

 

Und: Wenn ihr Fragen habt, schreibt mir gerne an wirbleibendaheimdontospamme@gowaway.gmx.de

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