Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

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Johannes 10,11a.27-28a

 

 

Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!

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Lukas 6,36

 

Biblische Impulse

zu Misericordias Domini, 18. April 2021

 
 

der vergangenen Wochen von Pfarrerin Anne Koch

(neueste Impulse zuerst)

  • add zu Quasimodogeniti, 11. April 2021

    Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (Petrus 1,3)

     

    Die Hoffnung ist so wichtig für das menschliche Leben wie der Atem. Sagt man. Und man sagt auch: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Also: Wir hoffen bis zum letzten Atemzug. Aber ist es nicht so? Während unseres ganzen Lebens müssen wir immer wieder erfahren, dass unsere noch so guten oder schönen Hoffnungen sich nicht erfüllen (lassen). Ehrlicherweise muss man deshalb auch sagen: Leben heißt Hoffnungen begraben. Realisten (oder sind es eher Pessimisten?) halten sich ausschließlich an das Sprichwort: „Hoffen und Harren macht manchen zum Narren.“ Sie erhoffen lieber gleich gar nichts. Sie orientieren sich ausschließlich an der vorfindlichen Wirklichkeit. Die Vergangenheit und die Zukunft spielten keine Rolle.


    Anders im Petrusbrief. Dort ist die Hoffnung im Osterereignis begründet, also in einem einzigartigen, vergangenen Ereignis. Die Auferstehung Jesu hat jedoch auch etwas mit der Gegenwart und der Zukunft zu tun. So wie auf ein neugeborenes Kind ein ganzes Leben wartet, so fängt mit der göttlichen Wiedergeburt etwas ganz Neues an. Und dieses Neue wächst heran, veraltet aber nicht. Gelobt sei Gott! 

     

    Pfarrerin Anne Koch

  • add zu Ostersonntag, 4. April 2021

    Ausschnitt von der Auferstehung Christi von Mathias Grünewald aus dem Isenheimer Altar

    Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offenbarung 1,18)

     

    Strahlend, hell und klar stehen die Worte „ich bin lebendig“ in der Mitte des Wochenspruches. Wären diese Worte nicht heller und strahlender, wenn die Auferstehung Jesu nicht nur ein Gegenstand des Glaubens wäre, sondern eine bewiesene Tatsache? Aber das ist sie ja nicht. Und wenn Leid, Not und Tod keinen Platz mehr in unserer Welt hätten, dann würden alle, wirklich die ganze Welt, Ostern feiern. Aber so ist es ja nicht. 

    Kann die Osterbotschaft trotz fortlaufenden Karfreitags- und Hiob-Erlebnissen Glauben und Vertrauen finden? Ist sie nicht irreal, viel zu weit hergeholt? Wie eine weltfremde, gar aberwitzige Fantasie? In Goethes „Faust“ steht der bekannte Satz: „Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.“ Woher kommt der Osterglaube? Wie kommen und bleiben wir bei so einem Glauben?

    Nicht nur als kritische Christenleute dürfen wir – wie der hilflose Vater – Jesus bitten: „Ich glaube; hilf meinem Unglauben!“ (Mark 9,24) Auch, wenn jemand noch keinen fröhlichen Osterglauben hat, sondern im Gegenteil viele Zweifel – der Auferstandene lässt sich bitten. Er weist niemanden ab. Und noch etwas von Johann Albrecht Bengel, dem großen Ausleger der Heiligen Schrift. Bengel macht einmal folgende schöne Aussage zum christlichen Glauben: Mira et subtilis fidie. „Etwas Wunderbares und Subtiles ist es mit dem Glauben.“ Zweifellos: Die Auferstehung Jesu ist das Wunder aller Wunder. Und kein kleineres Wunder ist der Glaube an den lebendigen Christus. Halleluja! Christus ist auferstanden.

    Pfarrerin Anne Koch

  • add zu Palmsonntag, 28. März 2021

    Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
    (Johannes 3,14b.15) 

    Manchmal dominiert unsere eigene Vorstellung so sehr unsere Wahrnehmung eines Gesprächs, dass wir schon nach einem einzigen Stichwort zu wissen meinen, worum es geht.

    Nicht anders ist es mit dem Wochenspruch. Das Stichwort „Erhöhung“ kann leicht ein ganzes Kopfkino in Gang setzen. Da kommt einer zu Ruhm und Ehre. Aus ihm wird ein „hohes Tier“. Und, na klar, dann sitzt er auch an den Hebeln der Macht, um für diejenigen, die auf seiner Seite stehen, das Beste herauszuholen. Folgerichtig säumten viele Menschen die Straße, die nach Jerusalem führte, um Jesus zuzujubeln. Sie wollten mit dabei sein, wenn er zum König erhöht wurde. Der Jubel brach sich schon auf dem Weg Bahn.

    Die folgende Erhöhung sah dann am Ende allerdings ganz anders aus. Ja, hoch schon, aber doch völlig unerwartet: Jesus am Kreuz, hoch erhöht über den Köpfen derer, die sich über ihn lustig machten, und schließlich qualvoll verendet. Eine Erhöhung ganz eigener Art - ohne Ruhm und Ehre.

    Und doch glauben Christen seit zwei Jahrtausenden, dass sich für diejenigen, die sich an Jesus Christus festmachen, damit ein Weg in ein ewiges Leben aufgetan hat.

    Wie oft das im Leben so ist, dass sich Gottes Handeln unter dem Schein des Gegenteils verbirgt! Da ist Erhöhung eben nicht mit der Aufnahme in die VIP-Lounge gleichzusetzen. Oder da zeigt sich Gottes Hilfe gerade nicht so, dass alle Probleme auf einen Schlag aus der Welt geschafft wären.

    Oft braucht es Zeit, Geduld und den Blick hinter die Kulissen, der sich mit Gottes Wort erhaschen lässt, um jenseits dessen, was ich auf den ersten Blick entdecke, ihn, Gott, liebevoll am Werk zu sehen. 

    Pfarrerin Anne Koch

  • add zu Judika, 21. März 2021

    Zu Hiob 19, 25: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!

    1942:  Im Angesicht des absoluten Triumphes des Nationalsozialismus sieht Stefan Zweig alle seine Hoffnungen widerlegt. Der Glaube ist ihm weggebrochen, Scham und Hass auf diese so furchtbare Welt quälen ihn. Er will, er kann nicht jubeln über die brennenden Tanker dieser oder jener Seite. Er weiß sich am Ende. Er nimmt sich das Leben. Erlösung, ein nichtiges Traumgespinst?

     

    Herbst 1942: Es sind die letzten Wochen im Leben Jochen Kleppers. Die angedrohte Deportation für seine Frau und Stieftochter steht kurz bevor. Quälende Verhandlungen mit dem Reichssicherheitshauptamt liegen hinter ihm. Der Gang in die absolute Ausweglosigkeit ist unabwendbar und schließlich steht er: der gemeinsame Beschluss, gemeinsam in den Tod zu gehen. 

     

    Er schreibt in sein Tagebuch: „Wir wollen sterben, aber über diesem Sterbenwollen, so unfasslich es ist, steht der Glaube: Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (und am 10.12.1942 dann der letzte Eintrag: „Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod. Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

     

    Eines wissen wir: Die Rechnung geht in diesem Leben nicht auf, nicht für die Sieger und nicht für die Verlierer. Der Tod ist das irdische Ende, aber die Liebe setzt darauf, dass dort, wo alles abbricht, noch Gott selbst auf uns wartet und uns mit nichts anderem beschenkt als mit dem Geheimnis seiner Gnade. 

     

    Hiob steht für diese Schau über den Tod hinaus. In schwerster Heimsuchung, an die Grenze des Todes geführt bricht die reine Hoffnung in ihm auf: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen“ (Hiob 19,25+26). 

     

    Hiob sieht nur noch Gott, seinen Erlöser, seinen Richter, seinen Retter. Ihm will er sich ganz anvertrauen. Einer Gerechtigkeit geht er entgegen, die weder der Triumph der Sieger noch das Verlangen nach bloßer Umkehr der Verhältnisse auf Seiten der Verlierer ist, sondern Gottes Gegenwart selber. 

     

    Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Urplötzlich bricht die Hoffnung auf, Hoffnung auf die alle Traurigkeit lösende Ewigkeit. Aller Schmerz, alle Angst, aller Hader, ja alle Schuld fallen von einem. Es gilt nur noch eines: Sich überfluten lassen von einem unaussprechlichen Licht, in dem selbst der Tod seine Krallen verliert – und du weißt und spürst: Ich bin geborgen in Gott.

     

    In unseren Tagen hat es ein russischer Dichter, Lew Druskin, in sehr bewegenden Zeilen so gefasst:

    „Ja, Asche bin ich, Staub und bin doch Licht vom Licht. Ich bin des Todes Raub, doch sterblich bin ich nicht“.

     

    Pfarrer Dr. Dieter Koch

  • add zu Lätare, 14. März 2021

    Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.  (Johannes 12,24) 

    Bilder können uns helfen, wenn wir Dinge erleben, die uns erschüttern, uns zittern lassen, uns den Boden unter den Füßen wegziehen. Solches erleben wir besonders, wenn Menschen sterben, die wir lieben. Bilder können uns dann eine andere Perspektive eröffnen. So sprechen wir davon, dass jemand heimgegangen ist. Damit drücken wir aus, was wir glauben und hoffen: Es gibt eine himmlische Heimat; dort ist jetzt alles überstanden, was hier so schwer war. Und wir verbinden mit diesem Bild, dass unsere Toten in dieser himmlischen Heimat bei Gott geborgen und geliebt sind.

    So geht es auch hier um ein Bild, das eine neue Perspektive eröffnet.  Aus einem vergehenden Weizenkorn entsteht in der Keimung die neue Pflanze. Diese wächst dann heran und kann vielfache Frucht hervorbringen. Jesus tröstet damit seine Leute, die geschockt sind von dem angekündigten Sterben, das sie nicht begreifen können. Er sagt in diesem Bild: Nur durch mein Sterben hindurch entsteht Neues. In meinem Sterben ist schon der Anfang verborgen. Damit beginnt, was heranwächst: vielfache Frucht. Und Frucht hat ja keinen Selbstzweck. Sie dient dem Leben.

    Wer sich auf diese neue Perspektive einlässt, mag staunen: Was ist alles aus diesem entsetzlichen Schicksal geworden: Unendlich viele Menschen haben sich von seinem Leiden und Sterben berühren und ergreifen lassen. Sie haben ihn als den von Gott auferweckten, geheimnisvoll Nahen entdeckt. Sie öffnen ihm ihr Innerstes, weil er sie versteht und sie von ihren Verfehlungen befreit. Er hat ihr Leben geprägt und verwandelt sie und das Angesicht dieser Erde. Wie viel Frucht!  

    Pfarrerin Anne Koch

 

der vergangenen Wochen aus dem Kirchenbezirk

(neueste Impulse zuerst)

  • add zu Quasimodogeniti, 11. April 2021

    „Nimm die kleinen Zeichen der Hoffnung wahr.“

     

    Am ersten Sonntag nach dem Osterfest stehen bei unserem Impuls mit Pfarrer Joachim Bauer aus Neustadt die Ängste und Sorgen des Alltags, aber auch die kleinen Zeichen der Hoffnung, die Großes bewirken können, im Mittelpunkt.

     

    Die Musik (u.a. J.S. Bach Bachs „Concerto in G“) wurde von Emil Feuerstein in der Michaelskirche in Waiblingen eingespielt.

     

    Die Lesung stammt von Frau Schraysshuen aus der Kirchengemeinde Fellbach.

     

    Wir wünschen allen ein gesegnetes Wochenende.

  • add zu Ostersonntag, 4. April 2021

    „Heute ist Ostern – Gott jagt uns ins Leben.“ 

    Osterimpuls mit Dekan Timmo Hertneck aus Waiblingen. 

    Die Musik (J.S. Bach – „Heut triumphieret Gottes Sohn“, „Erschienen ist der herrliche Tag“, „Toccata C-Du“) stammt heute von Frau Zickler – zum letzten Mal aus der Melanchthonkirche in Fellbach. 

    Die Lesung übernimmt Frau Matzke aus der Kirchengemeinde Hertmannsweiler-Bürg. 

    Wir wünschen Ihnen allen ein gesegnetes Osterfest.

  • add zu Palmsonntag, 28. März 2021

    „Lasst uns ablegen, was uns beschwert“ – wenn das so einfach wäre. 

    Dass hinter diesem Aufruf im Hebräerbrief mehr als ein Kopf-hoch-Ratschlag steckt, damit beschäftigt sich Pfarrer Philipp Essich in unserem Impuls am Palmsonntag aus dem Paul-Schneider-Haus in der Kirchengemeinde Winnenden. 

    Die Musik wurde von Frau Greiner in der Melanchthonkirche in Fellbach eingespielt („Herzliebster Jesu“ von Johannes Brahms, Station 2 und Station 4 aus dem Kreuzweg von Bernard Sanders). 

    Die Lesung übernimmt heute Frau Klingler aus der Kirchengemeinde Neustadt. 

    Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Wochenende.

  • add zu Judika, 21. März 2021

    „Ich glaube an die Sonne, auch wenn sie nicht scheint.“

     

    Pfarrer Hartmut Greb beschäftigt sich heute in der Kirche in Birkmannsweiler mit dem „Trotzdem“ des Glaubens und dem „Getragen-werden in schweren Zeiten“ anhand der Geschichte von Hiob (in den Vorspann hat sich übrigens eine Ulrichskirche eingeschlichen, die zwar auch in unserer Region steht, aber nicht in Birkmannsweiler, sondern in Bittenfeld ;)).

     

    Die Musik (J.S. Bach - Adagio a-Moll, EG 76 „Oh Mensch, bewein dein Sünde groß“ und als Highlight zum Abschluss die vollständige Aufnahme von Georg Friedrich Kauffmann – „Ach Gott, vom Himmel sieh darein“ mit Impressionen aus der Schlosskirche) wurde von Kantor Gerhard Paulus in Winnenden eingespielt:

     

    Die Lesung stammt heute von Herrn Heck aus der Kirchengemeinde Schwaikheim.

     

    Wir wünschen allen ein gesegnetes Wochenende.

  • add zu Lätare, 14. März 2021

    Pfarrerin Angelika Hammer von der evangelischen Kirchengemeinde Schmiden-Oeffingen nimmt das biblische Bild des Weizenkorns, das in die Erde fällt und Frucht bringen soll, auf. 

    Was dieses Bild für unser seelisches und geistliches Wachstum angesichts der Krisen unseres Lebens bedeuten kann, darum geht es in unserem heutigen Gottesdienst. 

    Die Musik (u.a. Hans Peter Braun – „Korn das in die Erde“) stammt heute von Frau Höfle-Hilt aus der Stadtkirche in Feuerbach 

    Die Lesung übernimmt Frau Behr aus der Kirchengemeinde Großheppach. 

    Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Wochenende.

 

Podcasts der Evangelischen Kirche Deutschland

(eine Auswahl)

  • add Glück auf und Halleluja

    Podcast für Gläubige, Halbgläubige und Nichtgläubige. Von Thies Friederichs und Bernd Becker. Die zwei machen einfach gute Laune, wenn sie über ihre Leidenschaften, Theologie und Kirchenleben sprechen.

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  • add Offenbart

    Die wöchentliche Bibelstunde für zu Hause.

    Simon und Lukas diskutieren über die Bibel. Dabei lassen sie keine Seite aus. Das Markusevangelium haben sie schon zusammen durchgelesen. Nun folgt die Apostelgeschichte. Sie können dabei sein und die zwei vom Offenbart-Podcast bei ihrer Reise durch die Bibel begleiten.

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  • add #HimmelimKopf

    #HimmelimKopf ist der Podcast der Evangelischen Jugend in Buxtehude. Bei #HimmelimKopf kommen wir mit unterschiedlichen Menschen über Glaube, Jugendarbeit und Kirche ins Gespräch. Alle zwei Wochen bekommt ihr hier eine Andacht auf die Ohren.

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  • add THE PREACHER & THE TEACHER

    Steve & Anki sprechen auf Spotify über ihren daily shit, so manchen holy stuff und das am liebsten mit euch zusammen.

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  • add Netztheologen

    Roman und Chris treffen sich im Studio am Mikrofon als Theologe und Technikexperte. Sie diskutieren in ihrem Podcast „Netztheologen“ den digitalen Wandel aus der Perspektive des christlichen Glaubens.

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